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Tipps und Hinweise

Brutbestand

Großer Brachvogel
Uferschnepfe
Bekassine

Weite Wiesenlandschaften prägen die Naturschutzgebiete des Kreises Steinfurt. Ihr Reichtum an Vogel- und Pflanzenarten verhalf ihnen zu einer weit über die Landesgrenze reichenden Bedeutung. Im Rahmen des Feuchtwiesenschutzprogrammes des Landes NRW konnten viele Feuchtwiesen entwickelt werden. Aufgrund seines naturräumlichen Potenzials weist der Kreis Steinfurt landesweit den größten Brutbestand an bedrohten Wiesenvögeln auf.

In den Feuchtwiesen und Mooren des Kreises Steinfurt brüten:

  • 45 % des Bestandes des in NRW stark gefährdeten Großen Brachvogels (mind. 290 Paare)
  • 25 % des Bestandes der in NRW stark gefährdeten Uferschnepfe (mind. 75 Paare)
  • 20 % des Bestandes der in NRW vom Aussterben bedrohten Bekassine (mind. 18 Paare)

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Vogelschutz

Das EU-Vogelschutzgebiet Düsterdieker Niederung befindet sich im Norden des Kreises Steinfurt und zählt mit fast 2.700 ha zu den größten Schutzgebietskomplexen in Nord-rhein-Westfalen. Es setzt sich aus den sechs Naturschutzgebieten Recker Moor, Mettinger Moor, Düsterdieker Niederung, Seester Feld, Haseniederung, Deipe Briäke und dem Truppenübungsplatz Wersen/Halen zusammen. Moore, Auen, Feuchtwiesen, Heideflächen und Sandmagerrasen bilden dort ein Mosaik unterschiedlichster Lebens-räume. Aufgrund der Vielfalt an Biotopen zeichnet sich das Gebiet durch eine besonders artenreiche Vogelwelt aus. So wurden bislang mehr als 30 bedrohte Arten nach-gewiesen, die im Gebiet brüten. Große Bedeutung hat das Vogelschutzgebiet vor allem für Wiesenvögel wie Großer Brachvogel, und Bekassine. Hervorzuheben sind auch die Brutvorkommen von Krickente, Rohrweihe, Baumfalke, Steinkauz, Wiesenpieper und Neuntöter. Ein Großteil der in NRW gefährdeten Zugvogelarten stellen sich regelmäßig hier ein: u.a. Kraniche, Goldregenpfeifer, Kampfläufer, Wald- und Bruchwasserläufer, Trauerseeschwalbe, Sumpfohreule und Raubwürger.

Um die Lebensbedingungen für die Brut- und Rastvögel im Vogelschutzgebiet grundlegend zu verbessern, führte die Biologische Station Kreis Steinfurt dort umfang-reiche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen eines LIFE-Natur-Projektes durch. LIFE-Natur bezeichnet ein Finanzierungsprogramm der EU zur Optimierung europaweit bedeutsamer Schutzgebiete. Im Zuge des Projektes wurden unter anderem 4,5 km Torf-dämme zur Vernässung des Recker Moores verstärkt, 140 ha Moorfläche von Gehölzenbefreit, 64 ha Feuchtwiesen im Recker Moor optimiert, 140 ha Feuchtwiesen im Naturschutzgebiet Düsterdieker Niederung durch Grabenanstau vernässt, sechs Nisthilfen für den Weißstorch aufgebaut und eine Stromleitung unterirdisch verlegt. Zahlreiche Brut- und Rastvogelarten profitieren von den Maßnahmen. Die EU und das Land Nordrhein-Westfalen haben das Projekt finanziert.

Darüber hinaus unterliegen wertvolle Biotope wie Moore, Sümpfe, Binnendünen, Heiden und Feuchtwälder generell dem Schutz durch das Landschaftsgesetz NRW; sie sind sogenannte § 62-Biotope.

Die zunehmende Bedeutung einiger Schutzgebiete als Brut-, Rast- und Überwinterungsareal gefährdeter Vogelarten erfordert u.a. eine verstärkte Betreuung bezüglich verschiedener Nutzungsansprüche, wie z.B. Besucherlenkung, Tourismus, Sportveranstaltungen, Reiten (z.B. Reitwegekonzept), Gewässerfahrzeuge (z.B. Kanuregelungen, Motorboote), Aktualisierung von NSG-Verordnungen, Fischerei, Jagd (u.a. Eigenjagden von Kreis und Land, z.B. Feuchtgebiet Saerbeck, Strönfeld, Emsdettener Venn, Finkenfeld) sowie Monitoring zur Früherkennung möglicher Fälle mit Vogelgrippevirus (H5 N1).

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