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Tipps und Hinweise

Kooperation für den Naturschutz

Großer Brachvogel

Der Schutz unserer Natur und Kulturlandschaft ist das Anliegen von verschiedenen Institutionen, Behörden, Vereinen, aber auch von Einzelpersonen wie Landwirten und Erholungssuchenden. Die Biologische Station ist hier die Verbindungs- und Schnittstelle im Kreis Steinfurt. Sie leistet die fachliche Betreuung vor Ort und informiert und berät über den Schutz von Tieren, Pflanzen und deren Lebensräumen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station setzen sich in den Naturschutzgebieten für den Erhalt und die Entwicklung von Lebensräumen wie Mooren, Feuchtwiesen, Heiden, Auen und Bruchwäldern ein.

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Moore und Auen

Naturschutzgebiete wie das Recker Moor und das Emsdettener Venn sind Reste der letzten größeren Moore im Kreis Steinfurt, die einst das norddeutsche Tiefland weithin prägten. Sie unterliegen heute zahlreichen Schutzbemühungen zum Erhalt dieses einzigartigen und faszinierenden Lebensraumes. Das Naturschutzgebiet Koffituten im Norden des Kreises Steinfurt ist eines der letzten noch lebenden Hochmoore in NRW.

Die Moore, die einst das nordwestdeutsche Tiefland landschaftlich prägten, zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Im Kreis Steinfurt gehören das Recker Moor und das Emsdettener Venn zu den bedeutendsten Hochmoorresten. Sie konnten durch starke Schutzbemühungen erhalten und weiterentwickelt werden. Eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten sind an diesen extremen Standort angepasst. Charakteristische Pflanzen in den Mooren sind Rosmarinheide, Sonnentau, Moosbeere und verschiedene Torfmoosarten und Wollgrasarten. Vogelarten wie Krickente, Knäk-ente, Rohrweihe, Bekassine, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Wiesenpieper und Blaukehlchen haben hier ihr Zuhause. Weitere gefährdete Tierarten im Moor sind der Moorfrosch, die Schlingnatter und die Sumpfschrecke.

Die Entstehung eines Moores ist ein sehr langsamer Prozess über Jahrtausende. Die Entwicklung zum Hochmoor beginnt mit der Verlandung eines Sees oder der Vermoorung eines staunassen Bruchwaldes. Es bildet sich ein flaches Niedermoor, welches noch Kontakt zum Grundwasser hat. Durch fortschreitendes Wachstum der Torfmoose erfolgt der Übergang zum Hochmoor. Immer mehr abgestorbene Pflanzen-reste sammeln sich an, weil sie im nassen und somit sauerstoffarmen Untergrund nicht zersetzt werden können. Der Torfkörper wird langsam über das Niveau der Umgebung angehoben. Dabei geht der Kontakt zum nährstoffreichen Grundwasser verloren. Die Wasser- und Nährstoffzufuhr erfolgt nun ausschließlich über die Niederschläge. Der Sonnentau hat sich z.B. als „fleischfressende“ Pflanze an diesen extrem nährstoffarmen Standort gut angepasst.

Beim Wachstum der Pflanzen wird das Treibhausgas CO2 in den Pflanzen gebunden und dann für lange Zeit im Torfkörper der Atmosphäre entzogen. Durch Entwässerung und Torfabbau wird das Gas wieder freigesetzt und trägt zur Erwärmung der Atmosphäre bei. Renaturierte Moore leisten somit durch die Bindung von CO2 einen wichtigen Bei-trag zum Klimaschutz.

Der Torfabbau und die Entwässerung führten im letzten Jahrhundert zu einem fast völligen Verschwinden der Moore im Kreis Steinfurt. Die Reste der noch vorhandenen Moorkörper konnten durch die Unterschutzstellung vor weiterer Zerstörung bewahrt werden. Um wieder hochmoortypische Verhältnisse herzustellen, sind Maßnahmen wie die Wiedervernässung entscheidend. Die langjährigen Schutzbemühungen im Kreis Steinfurt haben sich gelohnt. Typische Pflanzen- und Tierarten der Hochmoore breiten sich aus und siedeln sich neu an.

Das größte Naturschutzgebiet im Kreis Steinfurt ist die Emsaue, die den Kreis von Süd nach Nordwest durchzieht. Fließgewässer und ihre Auen stellen wichtige Lebensadern für viele Arten dar. Auwälder, Weidengebüsche, Feuchtgrünland sowie Fließ- und Still-gewässer charakterisieren die Vielfalt der Auen. Die Emsaue besitzt trotz Beein-trächtigungen durch menschliche Eingriffe eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz. Die Ems durchfließt den Kreis Steinfurt von Greven im Süden bis Rheine im Norden. Sie ist eine vielfältige Lebensader, an deren Lauf man die unterschied-lichsten auentypischen Biotope finden kann. Die Vielfalt ergibt sich aus einem klein-räumigen Mosaik nasser bis trockener, nährstoffreicher bis nährstoffarmer Standorte. Im Flussabschnitt des Kreises Steinfurt gehören dazu Altarmgewässer, Flutrinnen, Feuchtwiesen und Bruchwälder, aber auch trockene Biotope wie Binnendünen und Sandtrockenrasen. Diese Lebensräume sind sehr wichtig für den Naturschutz, da sie eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren beherbergen.

Seit den 1930er Jahren ist die Ems wie die meisten Flüsse Nordrhein-Westfalens aus-gebaut und begradigt worden. Sie wurde immer mehr von ihrer Aue abgeschnitten, wobei Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren gingen. Die Wiederbelebung einer dynamischen Ems wird im Kreis Steinfurt durch Maßnahmen unter Federführung der Bezirksregierung Münster (früher: Staatliches Umweltamt) vorgenommen. Altarme werden wieder angebunden und Ufersteinschüttungen teilweise entfernt, um so dem Fluss seine natürliche Dynamik zurück zu geben und seinen Lauf zu verlängern. Es entstehen Uferabbrüche, die für den Reiz einer natürlichen Flusslandschaft sorgen. Bei Hochwasser kann der Fluss nun wieder die Aue überschwemmen. Diese Maßnahmen gewährleisten auch den Schutz der Menschen vor Überflutungen außerhalb der Emsaue.

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